Das Essen in Nepal lässt sich eigentlich mit zwei simplen
Worten beschreiben. Dal Baht. So gut wie jeder Nepalese nimmt dieses Gericht
zweimal täglich zu sich. Morgens vor dem Arbeiten und abends nach
Sonnenuntergang.
Dal ist eine Art Linsensauce. Entweder schwarze, orangene
oder braune Linsen schwimmen in einer sehr salzigen Suppe herum. Pur schmeckt
das ganze weniger gut, und auch die Linsen unterscheiden sich geschmacklich von
denen in Deutschland. Bhat ist schlicht und einfach Reis.
Das Dal wird über den Reis gegeben und dann mit den Händen
solange zermantscht bis man daraus größere Klumpen formen kann. Sehr
erstaunlich ist, wie viel die Nepalesen sich da in den Mund schieben. Gegessen
wird so gut wie immer mit den Händen. Also heißt es vorher sehr gut Hände
waschen, was bei dem teilweise verseuchten Hahnenwasser gar nicht so einfach
ist, wer nach Nepal kommt und gedenkt mit den Händen zu Essen sollte auf
jedenfall Hand-Desinfektionsgel mitnehmen.
Zu dem Dal Baht kommt dann noch normalerweise (zumindest
hier) ein bisschen Tarkari- gedünstetes Gemüse. Das sind alle Formen von Gemüse
und Kartoffel, die mit Chili, Besar und Kursani (curry ähnliche Gewürze) im Wok
zubereitet werden. Damit hat es sich dann meistens auch schon getan.
Wie viel Tarkari es gibt, hängt von der Saison bzw. dem
Vermögen der Familie ab. Gemüse ist hier vergleichbar teuer.
Ist der Tarkari fertigt, ähnelt er im Grunde einer
Currysoße, wie man sie aus indischen Restaurants kennt. Nur, dass man in
Restaurants wohl eine größere Auswahl bzw. auch etwas mehr Gemüse bekommt.
Es ist auf jeden Fall bei jedem Dal Baht das Highlight.
Ab und zu gibt es auch noch einen sehr feurigen Dip. Diese
fallen sehr unterschiedlich aus, so werden zum Beispiel manchmal Mangos und
Minze vermischt, manchmal Minze und Kümmel, am nächsten Tag wiederum Kohl und
Kursani. Alles natürlich mit einer guten Anzahl an Chilis (6-8 Chilis pro
Handvoll Dip) und einer Unmenge an Salz.
Ein anderes Essen gibt es eigentlich bei Nepalesen nicht. Im
Folgenden beschreibe ich kurz, welche anderen Gerichte man als „nepalesisch“
einstufen kann, und die man zumindest in nepalesischen Restaurants bestellen
kann:
Da ist zum einen Chapatti und Puri. Eine nepalesische Art
des indischen Naan. In etwa wie Fladenbrot nur viel dünner und unheimlich
knusprig (und lecker!!).
Wenn das Gericht sehr scharf ausfällt bekommt man eine
Schale Joghurt dazu, wobei das eher in indischen Restaurants der Fall ist-
nepalesische Küche ist im Grunde relativ mild.
Ein weiteres sehr berühmtes Gericht, das wohl das
Lieblingsessen der Nepalesen ist, und um das kein Tourist herum kommt sind
„Momos“.
Ähnlich wie Maultaschen schmecken diese mit Fleisch oder
Gemüse gefüllten Taschen. Dazu gibt es meist eine Currysoße oder einen
Chilidip. Aus der sonst recht „langweiligen“ nepalesischen Küche sticht dieses
Gericht dann doch stark heraus.
Auch gibt es Chowmein, die nepalesische Form von gebratenen
Nudeln, die aber leider auch nicht an die chinesischen bzw. thailändischen
rankommen, aber dennoch sehr schmackhaft sind. Gleiches gibt es auch in Form
einer Suppe.
Natürlich verändert sich das Essen auch mit der
geografischen Lage. So haben die Menschen in der Terai- Gegend mehr Gemüse als
im Rest des Landes, und die Küche ähnelt sich eher der indischen. Im Norden
kommen tibetische Merkmale zum Vorschein, wie zum Beispiel Yak- Fleisch, Yak-
Milch- Yak- Käse und tibetisches Brot. Alles kann man aber auch im Kathmandu
Valley erstehen, wobei ich noch verzweifelt auf der Suche nach Yak Fleisch bin.
Auch unterscheiden sich die Mahlzeiten bei der Religionszugehörigkeit. So essen gläubige Hindus kein Fleisch und trinken kein Bier. Buddhisten hingegen essen Hühnchen, Schwein und Fisch. Kühe sind im ganzen Land heilig und das wird auch von den Buddhisten so gesehen.
Mittlerweile bin ich bei ca. 80 Dal Bahts angekommen, und
ehrlich gesagt schmeckt es mir immer noch. Auch wenn es meinem Magen solangsam
zuviel zu werden scheint.
Wer als Tourist nach Nepal kommt, bzw. Kathmandu und Phokara
muss auf nichts verzichten. Hier reihen sich exzellente europäische Küchen
aneinander. Niemand muss auf seine Steinofenpizza, die Lasagne oder das
Hüftsteak verzichten. Obwohl man bei der Fleischwahl dann doch etwas aufpassen
sollte. So wie das Fleisch hier auf der Straße angeboten wird, würde ich jedem
davon abraten, außer es ist in einem gehobeneren Restaurant.
Liebhaber der indischen Küche sind hier auf jeden Fall am
rechten Fleck. Es gibt tausende indische Restaurants, die, soweit ich das
beurteilen kann, sehr authentische Nordindische Speisen anbieten, die
vorzüglich schmecken- dazu zu einem unschlagbaren Preis.
Südindisches Essen ist noch nicht allzu verbreitet, gibt es
aber auch zu Haufe.
Getrunken wird in Nepal eigentlich nur Wasser. Zu jeder
Mahlzeit ein Glas Wasser, was anderes gibt es eigentlich nicht. Wer es sich
leisten kann, gönnt sich aber auch mal einen Schluck des Khukuri- Rums oder des
Everest- Whiskeys- beides sehr gute Alkoholika.
Auch das Bier ist vortrefflich. Ob Everest, Nepal Ice oder
Gurkha allesamt schmecken super, wenn sie auch im Vergleich zu allem anderen
ungemein teuer sind.
Wer also nach Nepal kommt, sollte sich keine Hoffnung auf
kulinarische Highlights der nepalesischen Küche machen. Allerdings ist es gute
Erfahrung, da man hier wirklich das „einfache“ Essen der Bevölkerung zu
„spüren“ bekommt, und auf Schlemmerreise durch die ganze Welt, vor allem durch
Indien, kann man hier sehr gut gehen.
Europäisches Essen ist allerdings vergleichbar teuer im
Folgenden habe ich mal ein paar Exemplare rausgesucht, damit man sich hier die
Preislage etwas vorstellen kann. Alle Preise beschränken sich auf Thamel, wo
gesagt werden muss, dass es die mit Abstand teuerste Gegend ist. 1€ entsprechen ca. 125 NR
- Dal Baht: 250NR (in
Hattigauda ca. 100, dabei sei gesagt, dass man dabei immer soviel bekommt wie
man will, hat man seinen Teller leer, ist aber noch nicht satt bekommt man noch
eine Portion)
- Momos: 150 NR (Hattigauda 60)
- Bier: 250-400 NR
- Pizza: 400-550 NR
- Chowmein: 200 NR
- indische Platte: 150-500 NR (das gibt es in allen
Ausführungen, von der einfachen, sehr zu empfehlenden Weise bis hin zum Edellokal)
- Burger: 120- 450 NR (auch hier gilt das gleiche)
- 1 Liter Wasser: 20 NR
- Cola: 60 NR
- Zigaretten: 110 NR
Wochenrückblick:
Ende letzter Woche kamen zwei ehemalige Freiwillige aus Singapur, die dem Waisenhaus jedes Jahr ein Besuch abstatten. Sie brachten Kleidung mit, und die Kinder strahlten über beide Ohren als sie in ihre neuen Tshirts und Hosen schlüpften.
Außerdem luden sie uns Samstagabend in ein Restaurant ein. Da die Kinder sonst nur Dal Bhat essen schaufelten sie dort Unmengen in sich herein. Momos, Chowmein, Chicken Sizzler und Pizza. Wobei man die Pizza nicht als solche identifizieren kann.
Den Kindern hat es jedenfalls geschmeckt und so aßen sie tonnenweise mit Ketchup übergossene Pizza. Kein Wunder, dass am nächsten Tag alle Bauchschmerzen hatten….
Da Pardip seine Zahnbürste nicht finden konnte, kam er dann schließlich, Rotz und Wasser heulend, auf mich zu. Da ich aber keine neue parat hatte, lieh im kurzerhand Dilip, seine zweite Hälfte, seine Zahnbürste und am nächsten Tag bekam Pardip dann schließlich eine neue. Seither ist er wieder der erste der zum Zahnpasta holen ansteht.
Ein weiterer sehr herzzerreißender Moment war am Sonntag, als Dilip mir versuchte zu erklären, dass er traurig war heute, da er dachte ich sei heimgeflogen. Dabei war ich nur den Tag über mit Sha in Thamel und genoss Bier und Kaffee. Als ich ihm dann sagte, dass ich noch 4 Wochen hier bin, war er beruhigt und freute sich wieder J
Am Montag ging ich mit Jeevan, meinem Shopkeeper, einen Ausflug machen. Eigentlich war geplant in den Shivapuri- Nationalpark im Norden Kathmandus zu gehen, aber da es den ganzen Tag und die Nacht über furchtbar geschüttet hatte, viel das ins Wasser. Also keine Leoparden zu Gesicht bekommen…. Dafür ging es auf eine andere Route, bei der wir, einige Sachen abklapperten, die ich aber zuvor schon gesehen hatte. Da er sich so darauf gefreut hatte sagte ich ihm davon aber nichts… Als ich dann zurück kam, wurde ich von Steven überrascht, einem kanadischen Freiwilligen der RCDP, der hier für die Rest meiner Zeit bleiben wird. Nicht nur das ist höchst erfreulich, er macht auch in den ersten Tagen einen super Eindruck, und so wird mir die ein oder andere langweilige Minute sicher erspart bleiben.
Diese Woche begannen die Prüfungen in der Schule und so sind die Kids die meiste zeit mit Lernen beschäftigt, und es gibt für uns eher wenig zu tun. Das Lernen besteht aus stumpfsinnigen Auswendiglernen ohne Sinn und Verstand. Fragt man sie etwas, das ein bisschen von ihren Aufschrieben weggeht, verstehen sie rein gar nichts mehr. Naja, über das Schulsystem könnte ich mich lange aufregen….
Die Prüfungen gehen noch bis Montag, dann haben die Kids Ferien bis zu meinem Geburtstag und dann brechen schon die letzten 2 Wochen für mich hier an.
Insgesamt rückt das Ende immer näher und ich weiß nicht so recht, ob ich mich freuen oder traurig sein soll. Die Kinder werde ich sicherlich vermissen aber das ganze drum herum reicht mir ehrlich gesagt ;-)
Der Monsun geht weiterhin seinen Weg und nach ein paar trockenen Tagen letze Woche schüttet es jetzt wieder jede Nacht wie aus Kübeln. Die Straßen sind unbefahrbar und auch der Schulweg wird immer mehr zu einem Abenteuerweg….Sonst geht es mir gut, die Kids sind immer noch klasse und auch werde ich nachts nicht mehr durch Moskitos gestört. Wenn jetzt noch mein Magen in guter Verfassung wäre, könnte ich mich über nichts beklagen!
Nächste Woche wird es einen Post über das Waisenhaus, meine Arbeit und die Kinder geben, also keine Abstimmung dieses mal! J
Bipan
Nani versucht sich am Oreo Keks!
Adip mit Pizza
Teilweise bleiben die Autos auch stecken....
O mane padme om- Pharping, südlich von Kathmandu